VETTERZUNFT HARTHAUSEN - CHRONIK
 
 

Vetterzunft Harthausen auf der Scher e.V.

 

Im März 1994 haben sich die bereits seit 1990 aktive und bekannte Gugga-Musik Harthausen und die 1993 gegründete Maskengruppe der "Harthauser Vetter" zur Vetterzunft Harthausen auf der Scher als eingetragenem Verein zusammengeschlossen. Als weitere Untergruppe der Vetterzunft wurde 1996 die "Vettergarde" ins Leben gerufen. Der Verein zählt derzeit knapp über 230 Mitglieder.

 

Der Name "Harthauser Vetter" ist seit jeher im weiten Umkreis ein Begriff  und wird, manchmal auch in spöttischer Form,  als Bezeichnung für alle Harthauser verwendet. Daher war es selbstverständlich, daß auch die Narrenfigur des Ortes diesen Namen trägt, zumal diese Bezeichnung für viele Harthauser bis heute eine historische Bedeutung hat.

 

So nimmt der "Harthauser Vetter" Bezug auf die überdurchschnittlich hohe Anzahl von Auswanderern aus Harthausen, die in den letzten 300 Jahren,  zuerst nach Ungarn und Wien, später in die Neue  Welt zogen. Eine Gedenkschrift am Harthauser Kirchplatz erinnert an die erste nachweisliche Auswanderung im Jahre 1693. Da meistens kleinere Gruppen, oft miteinander verwandter Personen, auswanderten, wurde hier der Name des Harthauser Vetters weiter geprägt. Von besonderer Bedeutung war später bei den Ausreisewellen nach Nordamerika, daß lange Zeit nur solche Personen einwandern durften, die  in den Staaten jemanden hatten, der sich für ihre Einreise verbürgte. Den Harthausern fiel es zum Neid vieler Nachbarortschaften immer leicht einen Bürgen, seinen - ggf. auch getürkten -  "Vetter",  zu benennen. Aber auch der bleibende Kontakt zur Heimat und der Beistand in Notzeiten vertieft die Bedeutung des Namens "Harthauser Vetter". So wurde die 14- Nothelfer-Kapelle im 18. Jahrhundert von einem Harthauser Wiener - oder sollte man besser sagen einem Wiener Harthauser - gestiftet und nach dem 2. Weltkrieg schickten die Exil-Harthauser reichlich Care-Pakete in die alte Heimat.

 

Die Maskenfigur des Harthauser Vetters stellt einen Harthauser Bürger des 17. Jahrhunderts dar, der sein bestes Häs anzieht, um der heimatlichen Armut zu entfliehen und in der neuen Welt sein Glück zu suchen. Sein Gesicht, die Maske, zeigt sein Innerstes. Einerseits ist er abgemagert, vom Elend gezeichnet und zutiefst traurig, weil er seine Heimat verlassen muß. Die andere Seite zeigt eine gesunde, lachende Gesichtshälfte, voller Vorfreude auf die bessere Zukunft, die ihn in der Fremde erwartet. Für das Häs wurde nicht das damals übliche dunkle Blau gewählt, sondern weil es auch besser zur Fasnet paßt, die kräftigen Wappenfarben von Harthausen mit den gelben Zacken der Felsen des Schergaus auf rotem Grund.

 

Der Narrenruf der Vetterzunft Harthausen lautet: "HARTHAUSER  -  VETTER"

 


 

 

KONTAKTADRESSEN

 

1. Zunftmeister                                                         Guggamusikpräsident                                           Gardeleiterin

Anton Blau                                                                 Sascha Werner                                                        Beate Holzmann

Kastanienweg 6                                                       Johannes-Stauß-Str.14                                          Hauptstraße 30

72474 Winterlingen-Harthausen                          72474 Winterlingen                                                 72474 Winterlingen-Harthausen

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